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Artikel Tagged ‘Nacktscanner’

Erster Infostand in Elzach

Letzten Samstag veranstalteten die Elzpiraten ihren ersten Infostand in Elzach. Dank des benachbarten Wochenmarktes, des hervorragenden, frühlingshaften Wetters und unseres günstigen Standortes im Stadtkern konnten uns schon ab 8 Uhr morgens die Bürger in Augenschein nehmen und sich über die aktuellen Themen “ELENA” und “Nacktscanner”, aber auch über die Piratenpartei generell informieren.

Infotisch Elzach

Infotisch Elzach

Zu Beginn wurden wir eher aus der Distanz beäugt, doch nach und nach gesellten sich interessierte Bürger zu uns – darunter auch einige, denen die Piratenpartei bislang gänzlich unbekannt war. Die tiefgreifendsten Gespräche führten wir entgegen unserer Erwartungen übrigens nicht mit der jüngeren Generation, sondern mit Personen mittleren Alters, welche zum Teil bereits mit dem Thema “ELENA” vertraut waren und die Petition hiergegen gerne mitzeichneten. Tendenziell waren unsere Kontakte jedoch kurz, dafür äußerst nett und vorurteilsfrei und unser Informationsmaterial wurde nebst Schokotalern aus unserer kleinen Schatztruhe gerne angenommen. Dank eines Hinweises im Elztäler Wochenbericht kamen sogar einige Interessierte gezielt zu unserem Stand, um z.B. für den Sohnemann Infomaterial und einen Button zu ergattern ;) . Verwirrung stifteten wir bei einem Passanten, der sich unsicher war, ob er nicht vielleicht eine anstehende Wahl versäumt hätte. Dass wir die Bürgernähe auch ohne eine solche suchten, wurde von ihm besonders honoriert.

Gegen 13 Uhr klappte die Stadt Elzach dann die Bürgersteige hoch, wir unsere Tische zusammen und wir zogen motiviert für andere derartige Aktionen von dannen.

(Text und Bild: Mac)

Frieren für Freiheit

Der Kälte trotzend haben zeitweise bis zu 8 Freiburger Piraten die Bevölkerung über Elena und die sinnlosen Nacktscanner aufgeklärt.

Infostand noch leer

Nachdem wir am Samstag, den 30.01.2010 gegen 11 Uhr angefangen hatten, war es zunächst noch recht ruhig am Stand. Immerhin war anfangs das Wetter noch ganz in Ordnung. Es war halt nur ziemlich kalt. Die meisten Leute hatten nicht wirklich Lust, in der Kälte stehen zu bleiben und sich ein abstraktes Problem wie Datenschutz, die Auswirkungen von Elena und die Sinnlosigkeit von Nacktscannern erläutern zu lassen.

Schon mehr los

Später war dann schon einiges mehr los und die Freiburger haben das Gespräch gesucht. Vermutlich hatten einige im Samstagstrubel ihre ersten Schnäppchen gefunden und über die Mittagszeit ein wenig Luft, um zu diskutieren. Einigen war Elena schon bekannt und diejenigen hatten sich auch schon selbst ausreichend darüber aufgeregt, denn ihnen war klar, dass diese Datensammlung für den Arbeitnehmer problematisch werden kann.

Am späten Nachmittag fing dann leider ein heftiges Schneetreiben an, das Gespräche schwierig gestaltete. Überall waren nur noch Leute zu sehen, die versuchten, so schnell es geht, nach Hause zu kommen. Auch wir hatten schon Probleme, einzelne Extremitäten zu spüren.

Schneetreiben

Ingesamt muss man aber leider sagen, dass das generelle Interesse an Datenschutzthemen in Freiburg eher gering war. Die besten Zitate der Leute, denen wir einen Flyer angeboten hatten, möchte ich an dieser Stelle nicht vorenthalten:

  • “Möchten Sie sich über Elena informieren?” – “Nein, danke! Das habe ich schon zu Hause.” (Die Flyer waren gerade erst druckfrisch ausgepackt.)
  • “Haben Sie Interesse an Datenschutz?” – “Nein, habe ich nicht.” (sehr oft gehört)
  • “Ihr seid doch schlimmer wie (sic!) der Weschderwelle!” (Hintergrund unbekannt)
  • “Wenn solch ein Nacktscanner auch nur ein Leben rettet, hat er sich schon gelohnt.” (Danach folgte eine längere Diskussion über die hundertprozentige Sicherheit.)
  • “Eine Partei mit solch einem Namen kann ich nicht wählen. Piraten haben früher Seemänner über Kopf hängend aufgeschlitzt.”

Eingeschneit

Am Ende war dann unser Infostand komplett mit einer Schneedecke überzogen und wir bauten alles gegen 17 Uhr wieder ab. Schließlich ging es noch ins Piratenhauptquartier, um sich mit Kaffee aufzuwärmen. Vielen Dank an dieser Stelle auch noch an die tatkräftige Unterstützung des weiblichen Piraten aus Villingen. Außerdem freuen wir uns schon auf die Interessenten, die sich ausgiebig nach unserem Piratenstammtisch erkundigt haben. Zu diesem sind natürlich alle herzlich eingeladen. Dort ist es auch nicht so kalt – versprochen.

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Freiburger Piraten unterstützen Petition gegen Nacktscanner

11. Januar 2010 16 Kommentare

Der Ausverkauf unserer Grundrechte durch unsere Politiker geht weiter. Nun denkt man in völlig übertriebener Terrorhysterie über die Einführung von Nacktscannern (verharmlosend mittlerweile als Ganzkörperscanner bezeichnet) auf allen deutschen Flughäfen nach.

Wir Freiburger Piraten sagen dazu entschieden: Nein!

Deshalb unterstützen wir die Petition gegen Nacktscanner. Sie wurde von Norbert Hense, einem Piraten aus der Ortenau in Baden-Württemberg eingereicht. Er ist auch häufig auf unserem Stammtisch in Freiburg zu finden.

Bitte zeichnet mit! Es geht um nichts anderes als um die Frage, ob wir weiterhin der Abschaffung unserer Grundrechte tatenlos zusehen oder uns wehren wollen. Viele denken glücklicherweise ebenso wie wir und daher sind zu diesem Zeitpunkt schon über 3000 Unterschriften zusammen gekommen.

Vielen Dank an dieser Stelle auch noch an die vielen Piraten, die sich an den Flashmobs auf den Flüghäfen in Berlin, Frankfurt am Main und Düsseldorf beteiligt haben.

Die Nacktscanner lehnen wir aus den folgenden Gründen ab:

  • Sie setzen Reisende völlig unnötig der Peinlichkeit aus, nackt begafft zu werden.
  • Niemand kann garantieren, dass diese Bilder nicht irgendwann als Best-Of-Nacktscanner im Internet auftauchen.
  • Die missglückten Terroranschläge (beispielsweise auf dem Flug nach Detroit) wären durch diese Scanner nicht verhindert worden, da der benutzte Sprengstoff nach Aussage von Experten damit nicht hätte aufgespürt werden können, weil seine Dichte unter der von Wasser lag. Wir wollen keine gesteigerte “gefühlte Sicherheit“. Wenn Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden, müssen diese auch objektiven Bewertungen standhalten.
  • Das Risiko der Strahlenbelastung durch solche Geräte wird gern verharmlost. Die Geräte der ersten Generation arbeiteten noch mit der nachgewiesenerweise schädlichen Röntgenstrahlung. Die neueren Geräte arbeiten mit Terahertz-Strahlung, über deren Auswirkungen aber noch keinerlei Langzeitstudien vorliegen. Das Ende der Fahnenstange ist aber noch nicht erreicht und man denkt schon jetzt über die nächste Generation nach, die auch das Innere des Körpers durchleuchtet.
  • Personen, die sich aus religiösen Gründen keinem Fremden nackt zeigen dürfen, werden de facto vom Fliegen ausgeschlossen
  • Personen mit Implantaten oder medizinischen Hilfsmitteln wie z.B. einem künstlichen Darmausgang fliegen mit dem unguten Gefühl, dass insgeheim über sie gewitzelt wird.
  • Die Scanner würden durch das Innenministerium gekauft und damit vom deutschen Steuerzahler bezahlt werden. Bei den bisherigen Geräten sind das rund 120000 Euro pro Gerät. Hier gewinnt nur einer und das ist der Hersteller. Würde es tatsächlich um die Vermeidung von Toten gehen, wäre das Geld z.B. im Bereich der Sicherheit des Straßenverkehrs deutlich besser angelegt.

Übrigens: Im Europaparlament schafft man die Nacktscanner gerade wieder ab und versucht, die 6 Geräte zu verkaufen. Es heißt also wie immer: Wein trinken, aber Wasser predigen.

Liebe Politiker, so geht das nicht!

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