Archiv

Archiv für März, 2011

Gekommen um zu bleiben!

28. März 2011 2 Kommentare

Die Freiburger Piraten und Landtagskandidaten bedanken sich herzlichen bei allen, die sie in den letzten Monaten und Wochen begleitet, unterstützt und am vergangenen Wahlsonntag trotz dominierendem Lagerwahlkampf gewählt haben.

Die Piratenpartei Baden-Württemberg konnte bei der Landtagswahl 2011, verglichen mit der Bundestagswahl 2009, ihr Ergebnis landesweit mit 2,1 Prozent etwas verbessern und ist damit mit Abstand die größte der sogenannten Sonstigen Parteien. Das Ergebnis der PIRATEN in der Stadt Freiburg entspricht im Schnitt dem Landesergebnis.

Diese 2,1 Prozent – und somit die über 103.000 Stimmen – sehen auch die Freiburger Piraten als klares Signal, weiter auf Änder-Kurs zu bleiben. „Der neuen Landesregierung wünschen wir alles Gute und die Kraft, die historische Chance auf einen politischen Wechsel auch zu nutzen. Wir werden sie als starke außerparlamentarische Oppositionspartei kritisch, aber konstruktiv begleiten. Im Wahlkampf wurden viele Versprechen gegeben, die es nun zu halten gilt.” so Sebastian Nerz, Vorsitzender des Landesverbands, zum klaren Wahlerfolg der Grünen.

Die Freiburger Piraten treffen sich auch weiterhin, immer vierzehntägig (in geraden KW) Donnerstags um 19:00 im Auerhahn Freiburg (Ecke Egonst./Eschholzstr.) und freut sich auf neue und alte Gesichter sowie interessante politische Diskussionen.

In Wochen zwischen den “fixen” Treffs planen wir uns flexibel an wechselnden Orten zu treffen, sei es in Biergärten, im Seepark zum Grillen oder ähnliches. Die Infos und Ankündigungen dazu gibts über Twitter, Facebook und unsere Mailingliste.

Anti-Atom-Demo in Freiburg

Auch heute gab es wieder eine Anti-Atom-Demo in Freiburg. Natürlich waren die Piraten auch wieder mit dabei. Das Thema Atom-Ausstieg ist zu wichtig, als dass man es wegen einer vergangenen Wahl aus den Augen lassen dürfte.

Start war wie jeden Montag um 18 Uhr am Bertolsbrunnen. Diesmal ging es allerdings nicht zum Augustinerplatz, sondern zu einer Kundgebung mit einer sehr guten Rede von Axel Mayer, Geschäftsführer des BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein.

Antiatom_Freiburg_0328

Stimmung kam auf, als ein Aktivist einer Antikapitalismus-Gruppe das Podium unter dem Vorwand einer Veranstaltungsankündigung für eine Rede in Beschlag nahm.

Categories: Allgemein Tags: ,

Das Ergebnis der Landtagswahl 2011

Bei der Landtagswahl 2011 haben wir in Baden-Württemberg ein Gesamtergebnis von 2,1 Prozent der Stimmen geholt. Angesichts des sehr polarisierenden Lagerwahlkampfs mit vielen taktischen Wählern ist das im Grunde ein ganz ordentliches Ergebnis, das zeigt, dass man uns nicht mehr so schnell los wird. Der Landesvorstand hat sich mit dem Ergebnis schon gestern Nacht auseinandergesetzt. Der dortigen Pressemeldung ist nicht viel hinzuzufügen.

Wir alle sind froh, dass der Wechsel im Ländle geklappt hat. Rot-Grün muss jetzt beweisen, wie ernst die Versprechungen gemeint waren. Wir werden das beobachten – wurde der Erfolg doch auch mit Leihstimmen von den Piraten erreicht.

Daher einen herzlichen Glückwunsch an die beiden Gewinner der grünen Direktmandate Edith Sitzmann (Freiburg II) und Reinhold Pix (Freiburg I).

Wie bei jeder Wahl kann aber nun einmal nicht jeder gewinnen. Das folgende Bild eines Großplakats in Denzlingen sollte diese Situation am treffendsten darstellen. Nichts hält eben ewig. Unser Mitleid hält sich allerdings stark in Grenzen.

Mappus_Grossplakat

Categories: Allgemein Tags: , ,

Wahltags-Brunch und Wahlparty

24. März 2011 Keine Kommentare

Die Freiburger Piraten laden alle Interessierte, Mitglieder, Freunde und Sympathisanten am Wahlsonntag ab 11:00 zum “Wahltags-Brunch” ins Gasthaus Waldsee in Freiburg ein, um vor oder nach der Stimmabgabe mit uns in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen und den Wahlkampf Revue passieren zu lassen.

Des Weiteren möchten wir ab 18:00 im Auerhahn Freiburg (Ecke Eschholzstraße/Egonstraße) gemeinsam die Prognosen und Hochrechnungen der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verfolgen und auf den Wahlerfolg der PIRATEN bei der erstmaligen Landtagswahlteilnahme in Baden-Württemberg sowie auf einen echten politischen Wechsel im Land anstoßen.

Wir freuen uns auf viele neue und bekannte Gesichter die den Wahltag bzw. den Wahlabend mit uns verbringen möchten!

Wahlkampf-Endspurt

23. März 2011 1 Kommentar

Auch die Freiburger Piraten sind nun in die letzte Wahlkampfwoche gestartet. Nachdem wir die letzten Monate hauptsächlich damit beschäftigt waren, die flächendeckende Wahlzulassung in allen 70 Wahlkreisen (erfolgreich) zu stemmen, konnten wir uns nun die letzten Wochen endlich voll darauf konzentrieren, das Gespräch mit den Menschen zu suchen, zu informieren, zu diskutieren und uns PIRATEN und unseren Inhalten Gesichter zu geben.

Auch die nächsten Tage werden wir wieder jeden Tag (als einzige der Parteien) am Infostand direkt am Bertoldsbrunnen zu finden sein und freuen uns über alle, die diese Chance nutzen wollen, um mit uns ins Gespräch zu kommen und Informationen über uns sowie unsere Inhalte zu erhalten.

Die Umfragen sehen aktuell am ehesten eine Pattsituation zwischen Schwarz-Gelb und Grün-Rot, was vor allem durch die besonders “CDU-freundlich” geschnittenen Wahlkreise und den somit wahrscheinlicheren CDU-Direktmandaten bedingt ist. Die FDP allerdings kratzt derweil stark an der 5%-Marke – in Sachsen-Anhalt ist sie bereits unter selbige gefallen.

Michael Gugel, Ersatzkandidat in Freiburg West dazu: “Wir rufen nun alle Sozial-Liberale und Bürgerrechtler dazu auf, ihre Stimme diesmal nicht der FDP, sondern der einzigen authentischen, progressiven und echt sozialliberalen Partei – den PIRATEN – anzuvertrauen. Ohne FDP im Landtag stünde dem Politik- und Regierungswechsel in Baden-Württemberg nichts mehr im Wege.”

In diesem Sinne: KLARMACHEN ZUM ÄNDERN!



FDP-Austritt wegen “Homo-Ehe”
“Liberaler Deal: Sicherheitsgesetze verlängern, Quick Freeze zustimmen”

http://www.checkliste.ltw11.de/
www.wahl-o-mat.de/bw

http://www.piratenpartei-bw.de/wahl/wahlprogramm/
http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm

Montags-Anti-Atom-Demo in Freiburg

Am morgigen Montag, den 21.3.2011 ist es wieder soweit. Alle Atomkraftgegner aus Freiburg sind dazu aufgerufen, sich dem Anti-Atom-Spaziergang der AntiAtomGruppe Freiburg anzuschließen. Wie schon am letzten Montag treffen wie uns um 18 Uhr am Bertoldsbrunnen.

Antiatomdemo Freiburg

Am letzten Wochenende waren es rund 2000 Demonstranten. Wir Piraten waren natürlich auch dabei, denn die Forderung nach einem Ausstieg aus der Atomkraft ist mit großer Mehrheit in unser Wahlprogramm aufgenommen worden:

Kein Ausstieg aus dem Ausstieg

Baden-Württemberg spielt als Standort von fünf Kernkraftwerksblöcken in Obrigheim, Philippsburg und Neckarwestheim eine besondere Rolle bei Entscheidungen über die Zukunft der Kernenergie in Deutschland. Wir werden an dem 2002 beschlossenen Atomausstieg festhalten und den Import von Atomstrom reduzieren.

Neben den Gefahren der Kernkraft, der ungeklärten Endlagerfrage und dem immer knapper werdenden Uran wollen wir Piraten den Ausstieg aus der Kernenergie auch deshalb, weil in dieser eng mit dem Staat verbundenen Großindustrie Entscheidungen oft intransparent fallen.

Ein unnötig langes Festhalten an der Kernenergie schadet zudem der Weiterentwicklung der Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen. Letztere schafft Arbeitsplätze in mittelständischen Betrieben und im Handwerk und der Export solcher Technologien ist weniger bedenklich als der Export von Kernkraftwerkstechnologie, die auch als Grundlage zum Bau von Kernwaffen dienen kann.

Lasst uns gemeinsam zeigen, dass diese Technologie ein Irrweg ist und wir den Fokus lieber auf den Ausbau regenerativer Energien legen sollten.

Categories: Allgemein Tags: ,

Demokratie braucht JEDE Stimme

20. März 2011 2 Kommentare

Am vergangenen Freitag waren unsere Kandidaten Fabian ‘Cruel’ Baur und André Martens zu Gast bei einer Veranstaltung von Südwind in Kooperation mit dem MigrantInnenbeirat und dem Verein Wahlkreis 100% im Stadtteiltreff Brühl-Beurbarung. Es handelte sich um eine Infoveranstaltung über das Bündnis “Demokratie braucht jede Stimme”.

Ziel war es, die Besucher darauf aufmerksam zu machen, dass in Deutschland rund 7 Mio. Ausländer leben, die nicht wählen dürfen. Rund die Hälfte davon lebt sogar schon über 15 Jahre hier und ist trotzdem von jeglicher demokratischer Mitbestimmung ausgeschlossen.

Herr Zelder von der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen berichtete über seine Erfahrungen, wie solch ein Bündnis dazu dienen kann, Ausländern in Deutschland eine Stimme zu geben. Leider konnte das Ziel, zumindest bei Kommunalwahlen ein Stimmrecht zu bekommen, noch nicht erreicht werden.

Die Piratenpartei unterstützt explizit ein kommunales Wahlrecht für länger in Deutschland lebende Ausländer. Die folgende Passage findet sich im Wahlprogramm zur Landtagswahl:

Kommunales Wahlrecht für Ausländer

Wir setzen uns für ein kommunales Wahlrecht für Bürger ausländischer Staaten ein, die das erforderliche Wahlalter erreicht haben und sich seit mindestens fünf Jahren rechtmäßig in Deutschland aufhalten, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit. Baden-Württemberg soll sich im Bundesrat für eine entsprechende Änderung des Grundgesetzes einsetzen.

Demokratie geht uns alle an und ist womöglich das höchste Gut, das wir haben.

Aus aktuellem Anlass

13. März 2011 Keine Kommentare

Leider musste es wohl erst den nächsten GAU geben, bevor sich etwas bewegt. Sicher ist bei der Atomkraft leider nur das Risiko – und das ist einfach untragbar, nun noch mehr denn je.

Die Freiburger Piraten rufen deshalb ebenfalls zu den bundesweiten Mahnwachen und Demonstrationen für den Atomausstieg am morgigen Montag um 18:00 Uhr auf. In Freiburg ist der Treffpunkt hierfür am Bertoldsbrunnen.

Setzt ein klares Zeichen und zeigt Flagge gegen den schwarzgelben Ausstieg vom Ausstieg, gegen die Intransparenz und den Lobbyimus der Atomindustrie sowie gegen Energiegewinnung durch Kernspaltung an sich – national wie international! Fukushima ist überall.

Wenn nicht jetzt, wann dann?
KLARMACHEN ZUM ABSCHALTEN!


Anti-Atom-Mahnwachen auf einer größeren Karte anzeigen


Transparenz auch bei eigenen Fehlern

11. März 2011 1 Kommentar

Wir PIRATEN haben am vergangenen Fasnets-Samstag in der Freiburger Innenstadt für einige Stunden einen Infostand abgehalten und damit möglicherweise gegen die Wahlkampf-Fairnessvereinbarung verstoßen. Darauf wurden wir nachträglich von einem Mitglied einer anderen Partei hingewiesen. Für diesen Faux-Pas, der durch ein Missverständnis in der Kommunikation mit der Stadt Freiburg entstanden ist, möchten wir uns an dieser Stelle bei allen dadurch benachteiligten Parteien entschuldigen und kurz erklären, wie es dazu kommen konnte.

In Vorbereitung auf diesen Infostand wurde bei der Stadt Freiburg telefonisch nachgefragt, ob es am Samstag vor dem Freiburger Fasnets-Umzug erlaubt wäre, einen Infostand abzuhalten. Die telefonisch erhaltene Auskunft, dass dies nur auf der inneren Kaiser-Joseph-Straße nicht möglich wäre, ließ uns annehmen, dass ein Infostand in den Teilen der Innenstadt, die nicht von den Fasnachtsbuden und -umzügen betroffen waren, erlaubt sei.

André Martens, Landtagskandidat für Freiburg West, hierzu:
“Die Piratenpartei versucht landesweit sich stets an die Vorgaben der verschiedenen Fairnessvereinbarungen zu halten. Dies betrifft insbesondere auch die Plakatierung und die Genehmigung von Infoständen. In der heißen Phase des Wahlkampfes kann es jedoch dazu kommen, dass solche Fehler passieren. Wir freuen uns daher, wenn Bürger aktiv an uns herantreten, um unsere Arbeit zu verbessern. Zu unseren Fehlern stehen wir als Partei jedoch ganz offen und ehrlich. Wir verlangen diese essenzielle Transparenz und Ehrlichkeit auch von anderen Mitstreitern – sowohl während, als auch außerhalb von Wahlkämpfen.”

Die Freiburger Piraten sind am kommenden Samstag (12.03.2011) natürlich wieder von ca. 10-18 Uhr in der Freiburger Innenstadt mit einem Infostand vertreten und ermöglichen es interessierten Bürgern mit anwesenden Piraten und den lokalen Kandidaten in Dialog zu treten und politische Fragestellungen zu diskutieren. Wir freuen uns!

Categories: Allgemein Tags: ,

Piraten entern BZ-Podiumsdiskussion der Landtagskandidaten

Am gestrigen Montag veranstaltete die Badische Zeitung in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (lpb) und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Wagschal eine Podiumsdiskussion, zu der einige der Freiburger Landtagskandidaten eingeladen wurden. Wie man auf dem Foto jedoch erkennen kann, wurde eine Partei wieder einmal nicht eingeladen – wir Piraten.

Podiumsdiskussion

Das Podium

Begonnen wurde die Podiumsdiskussion von Prof. Dr. Wagschal mit der Vorstellung der BZ-Umfrage zur Landtagswahl 2011. Gleich zu Beginn nahm er Bezug auf einige vorwurfsvolle Blog-Kommentare zur Wissenschaftlichkeit dieser Studie. Interessant waren seine Aussagen zur Unterstellung, die Studie sei nicht repräsentativ, da nur Festnetznummern angerufen wurden. Zum einen ist bekannt, dass gerade viele junge Menschen heutzutage gar keinen Festnetzanschluss mehr haben und nur noch mobil zu erreichen sind. Zum anderen greifen viele Geringverdiener lieber auf Prepaid-Handys zurück, um auch ohne monatliche Grundgebühren zumindest erreichbar zu sein. Die Antwort von Prof. Dr. Wagschal löste einiges an Unruhe im Saal aus. So würden Geringverdiener eh nur zu einem kleinen Anteil wählen gehen, weshalb ihr Umfragevotum uninteressant sei. Studenten, die nur ein Handy besäßen, seien in der Regel sowieso nicht in Freiburg wahlberechtigt oder wären über den Festnetzanschluss im Hotel Mama zu erreichen. Wir Piraten waren offensichtlich nicht die einzigen, die darin keinerlei wissenschaftliche Fundierung finden konnten. Bemerkenswert war auch die Aussage, dass man die Telefonnummern als „repräsentativ“ von einem Unternehmen gekauft, aber dann per Zufall noch die jeweils letzte Ziffer variiert hat. Wieso die so entstandenen Nummern auch noch repräsentativ seien, erschloss sich nur den Wissenschaftlern.

Die Problematik erkennend, wiesen die später Vortragenden dann darauf hin, dass es sich bei der Studie ja nicht um eine Prognose des Wahlergebnisses handeln würde. Da stellt sich die Frage: Was sollte das dann sonst sein?

Nach dem Vortrag über Politikverdrossenheit, sinkende Wahlbeteiligung und die Umfrageergebnisse, die je nach Gewichtung der Unsicherheitsfaktoren eine Wechselstimmung oder auch nicht prognostizierten, ging die Veranstaltung in eine Podiumsdiskussion über. Da wir Piraten gut sichtbar einen recht großen Teil des Publikums ausmachten, begann Dr. Michael Wehner, Freiburger Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, mit einer Begrüßung der anwesenden Piraten. So etwas hört man natürlich gern.

Herr Schätzle als Vertreter der CDU gefiel sich darin, die Leistungen der CDU der letzten 58 Jahre zu lobpreisen und zu erwähnen, dass sie ja nicht alles falsch gemacht haben können, wenn sie so lange an der Regierung bleiben konnten. Frau Sitzmann von den Grünen sah das anders und glaubte eine eindeutige Wechselstimmung zu erkennen. Ihrer Ansicht nach können die Grünen das Thema Bürgerbeteiligung glaubhaft rüberbringen. Da war es dann schade, dass wir Piraten keine Möglichkeit hatten, hier Stellung zu beziehen – ist es doch unser Kernthema. Die FDP, vertreten von Christoph Glück, betonte mehrfach, nicht tot zu sein und plante die 37 Prozent Unentschlossenen abzuholen. Viel Glück dabei. Der Chefredakteur der Badischen Zeitung, Thomas Hauser, erklärte dann auch gleich seine Sicht der Dinge: In Hamburg war das kein Sieg aus eigener Kraft. Die FDP hat dort nur vom freien Fall der CDU profitiert. Gabi Rolland von der SPD äußerte zunächst ihr Bedauern, dass die Piraten nicht auf dem Podium sitzen durften – war sie doch schon so an Diskussionen mit uns gewöhnt. Das hört man ebenfalls gern. Sie gab zu, dass der SPD-Spitzenkandidat Dr. Nils Schmid zwar noch nicht populär, aber sehr sympathisch und kompetent sei. Auf die schlechten Umfragewerte der Linken angesprochen, gab sich deren Kandidat Dr. Armin Wolf betont gelassen – schlechte Umfragen seien die Linken gewöhnt und später käme es sowieso in der Regel anders als prognostiziert. Er bedauert auch, dass die Linke mit vielen Klischees zu kämpfen hätte. Von bösen Kommunisten, die nicht rechnen können, sei die Rede.

Podium

Das Thema der zweiten Diskussionsrunde lautete Wahlbeteiligung. Herr Schätzle war zwar erschrocken über die geringe Beteiligung, vertraute aber voll auf die Kompetenz der CDU. Edith Sitzmann forderte das Direktmandat und Gabi Rolland wollte die Erstwähler mit einem direkten Anschreiben zum Wählen motivieren. Dazu muss man wissen, dass diese Adressen bereitwillig von den Behörden ausgegeben werden, was wir Piraten deutlich kritisieren. Christoph Glück versprach ein ehrliches Eingestehen gemachter Fehler und die zukünftig bessere Einbeziehung der Bürger. Beim Thema der direkten Demokratie gab er jedoch zu bedenken, dass hier auch die Kosten betrachtet werden müssten. Ja, so kennen wir die FDP. Geld kommt vor gelebter Demokratie. Armin Wolf betonte, dass keine Stimme für die Linke eine verlorene Stimme wäre, auch wenn sie nicht in den Landtag kämen. So sei jede Stimme für die Linke eine Stimme für den Mindestlohn, gegen Stuttgart 21 und gegen die Atomkraft und daher nicht verschenkt. Politik könnte die Linke auch von außerhalb des Landtags machen und dafür sorgen, dass diese Themen auf die Agenda der anderen Parteien käme. Ein sehr schönes Plädoyer gegen taktisches Wählen, das ich auch für uns Piraten so unterstreichen kann. Wer sieht, was unsere 2 Prozent der letzten Bundestagswahl in der politischen Landschaft ausgelöst haben, weiß, dass Piraten auch außerhalb der Parlamente eine gewichtige Rolle spielen.

Zu möglichen Koalitionen gefragt lehnte Edith Sitzmann eine Koalition von Grünen und Linke entschieden ab – zu unseriös seien die Wirtschaftspläne der Linken, die die Sozialausgaben um rund 10 Mrd. Euro erhöhen möchten. Gabi Rolland hingegen schloss nur extrem rechte Parteien aus und betonte explizit, dass sie sich auch eine Koalition mit der Piratenpartei vorstellen könne. Wir werden dann wohl nach dem 27. März miteinander reden müssen.

Bei den Publikumsfragen wurde leider auf unserer Seite des Saals explizit festgelegt, die Fragenden von hinten nach vorn abzuarbeiten, weshalb von der Piratenbank niemand eine Frage stellen durfte. Als taktisch klug stellte sich daher heraus, dass unser Landtagskandidat für den Wahlkreis Breisgau im Gegensatz zu uns hinten saß. Frau Sitzmann fragte er, warum diese nicht ganz bei der Wahrheit bliebe und von einer kompletten Abschaffung der Studiengebühren reden würde, wenn die Grünen doch nur das Erststudium kostenfrei gestalten wollen. Das saß. Herr Wolf wurde gefragt, ob die Linke sich in der Wahl geirrt hätte, weil im Wahlprogramm hauptsächlich Bundesthemen stehen. Die Regierungsparteien sprach er auf die kürzliche Untersuchung des Wirtschaftsprüfungsunternehmens PricewaterhouseCoopers an, die Baden-Württemberg eine Vorreiterrolle bei der Korruption bescheinigte. Die Herren Schätzle und Glück gaben sich ahnungslos. Korruption? Nie gehört. Frau Rolland verwies dann süffisant auch gleich auf die Stuttgarter Zeitung. Wer darüber etwas wissen wollte, hätte es dort längst lesen können.

Unser Landtagskandidat für den Wahlkreis Freiburg II, André Martens, hätte gern noch das Thema Politikverdrossenheit angesprochen. So sollte Dr. Wehner (lpb) gefragt werden, warum die Darstellung auf der Website der Landeszentrale für politische Bildung nicht ausgewogen über die Parteien zur Wahl berichtet. Dort sind die im Landtag vertretenen Parteien prominent mit „Spitzenkandidaten“ gelistet – alles andere rangiert unter ferner liefen. Dabei hat doch gerade erst der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg beschlossen, dass das Einbeziehen von Ergebnissen vergangener Wahler zwar nicht verboten sei, aber dass neu antretende Parteien ausreichend berücksichtig werden müssten, da nicht ausgeschlossen sei, dass sie in den Landtag einziehen werden. Herr Hauser von der BZ sollte gefragt werden, warum die Piraten in der Badischen Zeitung quasi nicht existent sind, obwohl sie mit 12000 Mitgliedern alles andere als unbedeutend sind. Von den Landtagskandidaten hätte er gern gewusst, was diese von einem Präferenzwahlverfahren halten würden, um zukünftig das taktische Wählen zu vermeiden. Das derzeitige Wahlverfahren führt im Zusammenhang mit der Fünf-Prozent-Hürde leider vornehmlich dazu, dass sich gerade die Lager bewahlkämpfen, die sich thematisch noch am nächsten sind – ehrliche Demokratie sähe anders aus. Nun ja, der Zeitmangel, der vornehmlich daraus resultierte, dass sich einige Kandidaten sehr gern selbst reden hörten und auch nicht vom Moderator gebremst wurden, verhinderte leider das Stellen dieser Fragen – da half auch nicht die Direktkandidatur zur Landtagswahl. Im Publikum ist jeder gleich.

Im Anschluss führten wir noch interessante Diskussionen – z. B. mit Herrn Hauser von der BZ. Beim Thema der fehlenden Thematisierung der Piraten in der BZ bedauerte unser Direktkandidat für Freiburg I, Fabian ‘Cruel’ Baur, dass es für die Bürger fast unmöglich sei, sich durch die traditionellen Medien über Alternativen zu den im Landtag vertretenen Parteien informieren zu lassen. Es wurden Visitenkarten getauscht und Besserung gelobt. Lassen wir uns überraschen.