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Freiburger Piraten beim Aktionstag „Stuttgart 21 bremst aus“ mit an Bord

Am heutigen Samstag veranstalteten „Campact” und der „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland” (BUND) in ca. 40 Städten den landesweiten Aktionstag „Stuttgart 21 bremst aus“.

Vor Ort in Freiburg wurde die Aktion von der BUND Ortsgruppe Freiburg und dem Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD) organisiert. Sie fand ab 10 Uhr auf dem Kartoffelmarkt unter Teilnahme des „Freiburger Bündnis gegen S21“ statt.

Spektakulärer Höhepunkt der Aktion war die Einfahrt eines riesigen Nahverkehrszuges aus Pappe, der durch stilisierte Figuren von Verkehrsministerin Tanja Gönner und Ministerpräsident Stefan Mappus, der sich tatsächlich zeitgleich unter massiver Polizeipräsenz auf dem Freiburger Münsterplatz aufhielt, ausgebremst wurde.

Zug

Nach etwas Musik der Band „The Brothers“, den Redebeiträgen der Vertreter der beiden organisierenden Verbände und dem Kabarettisten Matthias Deutschmann kamen noch Landtagskandidaten der Piratenpartei, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke zu Wort.

Den Anfang machte unser Kandidat für Freiburg II, André Martens. Anfänglich wies er auf die fehlende Transparenz und die unzureichenden Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten in Baden-Württemberg hin.

Danach wandte er sich direkt an seinen Nachfolgeredner Reinhold Pix und bat ihn um eine Antwort auf die Frage, warum die Grünen zwar öffentlich einen Volksentscheid zu Stuttgart 21 fordern, sich aber bei der entsprechenden Abstimmung im Landtag enthielten.

Anstatt auf die Frage einzugehen, beschwerte sich Herr Pix leider nur über diesen vermeintlichen Angriff und beklagte den in die Veranstaltung eingebrachten Wahlkampf. Das Mitleid des anwesenden Publikums hielt sich anscheinend aber sehr in Grenzen. Die nahende Landtagswahl wirft eben ihre Schatten voraus und das Projekt Stuttgart 21 lässt sich nicht ohne einen Blick auf die aktuelle Politik diskutieren.

Der Hinweis auf das Abstimmungsverhalten der Grünen im Landtag brachte einige Interessenten an den Infostand der Piratenpartei, die sich darüber erkundigen wollten.

Den Abschluss der Rednerliste machte Prof. Dr. Schuchmann von der Partei Die Linke. Vertreter der CDU, FDP oder SPD waren bei der Aktion leider nicht anwesend.

Im Vergleich zu Aktionen vor der Bundestagswahl 2009 war heute deutlich zu merken, dass die Besucher am Infostand bereits viel besser darüber informiert sind, wofür die Piratenpartei steht. So ergaben sich interessante Diskussionen. Gerade die Schwerpunkte Transparenz, Bürgerbeteiligung und mehr Demokratie scheinen immer stärker den Nerv der Bürger zu treffen.

Mit einem Vertreter von Mehr Demokratie e.V. ergab sich ebenfalls ein interessantes Gespräch, da die Piratenpartei einige der Forderungen des Vereins direkt in ihr Landtagswahlprogramm übernommen hat. So heißt es dort in Bezug auf Volksentscheide: „Wir schließen uns den Forderungen des Vereins an: Die Sammelfrist soll auf sechs Monate ausgedehnt und die Anzahl der benötigten Unterschriften auf 5% (zurzeit ca. 376.000) gesenkt werden. Neben dem Auslegen in Amtsräumen soll auch ein freies Sammeln gestattet sein.“

  1. 7. Februar 2011, 19:26 | #1

    Lieber Andre,
    mal davon abgesehen, dass der antrag der spd auf volksabstimmung ohnehin keine Mehrheit gefunden hätte, zwei Hintergrundifos zum Grünen Abstimmungsverhalten. Der Antrag der SPD ist hier (http://www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/6000/14_6896_D.PDF) nachzulesen. Wie Du dort siehst, hatte ist der Beschlußtext der SPD deutlich Richtung Pro S21 formuliert, Antragstitel lautet “Mit einer Volksabstimmung die dringend notwendige breite Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger zur Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart (Stuttgart 21) und zur Neubaustrecke Wendlingen/Ulm zurückgewinnen”. Wir Grünen sind nicht der Ansicht, dass eine Volksabstimmung mit dem Ziel einer Entscheidung Pro S21 eingeleitet werden sollte, sondern vielmehr ergebnisoffen sein sollte. Die Landtagsfraktion hat folgerichtig einen Änderungsantrag (http://gruene-gegen-stuttgart21.de/anderungsantrag-zum-antrag-der-spd-fraktion-uber-eine-volksabstimmung/898/) eingebracht, der aber von den Tunnelparteien abgelehnt wurde.
    Die Enthaltung der Grünen ist nun wirklich nicht geeignet, unsere Position gegen S21 in Frage zu stellen und die Art und Weise, wie das hier dargestellt wird, billiges Wahlkampfgetöse.

  2. 9. Februar 2011, 09:47 | #2

    hmmm. warum ist nach eineinhalb Tagen mein Kommentar vom montag immer noch nicht moderiert? offline-piraten am werk?

  3. André Martens
    9. Februar 2011, 11:40 | #3

    Hallo Tim,

    sorry wegen der Freischaltung. Dein Kommentar hatte aus irgendeinem Grund keine Benachrichtigungsmail ausgelöst.

    Zur Position der Grünen:
    Niemand stellt in Frage, dass die Grünen _gegen_ S21 sind. Ich stelle in Frage, dass die Grünen tatsächlich die Bürger entscheiden lassen wollen.

    “Eine Volksabstimmung mit dem Ziel Pro S21″ ist als Formulierung ja wohl ein Witz. Eine Volksabstimmung ist eine Volksabstimmung. Wer meint, dass die bloße Ausformulierung das Ergebnis signifikant beeinflusst, unterstellt den Wählern, sich nicht mit der Thematik auseinander zu setzen.

  4. 9. Februar 2011, 12:48 | #4

    Deswegen ist ja der SPD-Antrag eine Frechheit gewesen und die Ablehnung des Grünen Änderungsantrags erst recht. Dass wir die Volksabstimmung fordern ist in unserem Landtagswahlprogramm nachzulesen. Zum Abstimmungsverhalten hier nochmal ein Statement der Fraktionsgeschäftsführerin: http://www.bawue.gruene-fraktion.de/cms/themen/dok/358/358924.gruene_wollen_einen_ergebnisoffenen_volk.html
    Die Grünen haben ja immer wieder Initiativen für Volksabstimmungen gestartet, zuletzt im vergangenen August mit der SPD: http://www.bawue.gruene-fraktion.de/cms/default/dok/354/354523.uli_sckerl_gruene_direkte_demokratie_fue.html
    Aber leider haben ja CDU und “Bürgerrechtspartei” FDP eine Mehrheit im Landtag.

  5. 10. Februar 2011, 23:16 | #5

    und wieder eineinhalb tage ohne freischaltung. piraten! wo bleibt die technische Kompetenz? so schwer ist es doch nicht, wordpress zu konfigurieren, oder?

  6. Michael
    12. Februar 2011, 22:59 | #6

    @Timothy Simms Ist keine Frage von technischer Kompetenz, sondern von Zeitmanagement ;) Zum einen sind sowohl André als auch ich Vollzeit berufstätig, zum anderen hatten wir die letzten Tage viel mit Wahlkampf-Orga an der Backe. Bei uns plakatieren die Kandidaten noch selbst ;)

    Das mit der Benachrichtigung bei Kommentaren sollte aber in der Tat schnell gefixt werden (nicht von mir, ich bin “nur” Grafiker und hab keine Ahnung hiervon).

    Grüßle, Michel

  7. 13. Februar 2011, 02:19 | #7

    Bin zwar kein Kandidat, war aber freitag auch bis um 1:00 plakatieren :-)

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