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Tag der offenen Tür im Europaparlament Straßburg

Europaparlament

Endlose Glasfassaden

Wer schon immer mal wissen wollte, wo eigentlich Entscheidungen auf europäischer Ebene gefällt werden und wo seine Steuergelder bleiben, sollte sich das Europaparlament in Straßburg ansehen. Dazu war am gestrigen Sonntag am Tag der offenen Tür reichlich Gelegenheit.

Einige Piraten aus Baden-Württemberg waren zu diesem Zweck nach Straßburg gereist. Die Anreise war nicht ganz einfach, da man sich offenbar entschlossen hatte, Teile der Stadt großräumig abzusperren, weil zeitgleich eine Laufveranstaltung stattfand. Beim Europaparlament angekommen wurde man von einem beeindruckenden Bauwerk empfangen. Endlose Glasfassaden und ausgefallene Architektonik schmeichelten dort dem Auge. Nur im Hinterkopf bohrte ein wenig der quälende Gedanke, ob man hier nicht etwas das Finanzielle aus den Augen verloren hat. Nunja, ein wenig repräsentativ muss das Europaparlament wohl sein.

Zur Mittagszeit wurde vor dem Gebäude die Flaggenparade zelebriert, bei der bei schönstem Sonnenschein mit allen militärischen Ehren die Europaflagge gehisst wurde.

Flaggen

Flaggen vor dem Eingang

Schier endlose Besuchermassen wurden dann durch schmale Eingänge dirigiert. Zu Anfang erwartete die Besucher zunächst eine Kontrolle, die der auf einem Flughafen nicht unähnlich war. Innen gab es dann zunächst wieder architektonische Leckerbissen zu sehen: interessante Pflanzenarrangements, einzeln beleuchtete Treppenstufen und rote Teppiche.

Zwischenstopp machten wir dann im Plenarsaal, in dem eine Schülerkonferenz namens “Euroscolar” stattfand. In dem Saal mit einem Fassungsvermögen von gut 1000 Teilnehmern (was übrigens für den Bundesparteitag der Piraten nicht reichen würde), hatten sich rund 600 Schüler aus zahlreichen Nationen eingefunden. Zunächst wurde erklärt, wie das Debattieren im Saal rein technisch funktioniert, um danach Fragen zu beantworten. So wurde sehr intensiv das Thema debattiert, ob und wann die Türkei der EU beitreten sollte. Auch schülernahe Themen wie die Förderung von Schulsport auf europäischer Ebene wurden angesprochen.

Plenarsaal

Plenarsaal

Sehr interessant war es dabei, sich durch die rund 20 simultan übersetzten Sprachen zu hangeln. Die ganze Vielfalt von Europa wird einem auf diese Weise erst so richtig bewusst.

Nach dem Plenarsaal ging es vorbei an zahlreichen Infoständen der Parteien. Wer wollte, konnte soviel Infomaterial mitnehmen, wie er tragen konnte. Dem fortschrittlichen Internetuser reichte aber auch die eine oder andere mitgeteilte Web-Adresse. Das schont Umwelt, Arme und Nerven.

Nahezu ebenso viel Geduld wie am Eingang musste dann auch am Ausgang aufgebracht werden.

Insgesamt lässt sich sagen, dass es sich um eine interessante und informative Veranstaltung gehandelt hat. Wer sich ein wenig mehr mit der politischen Arbeit im Parlament beschäftigen möchte, sollte aber vielleicht nicht den Tag der offenen Tür, sondern einen ganz normalen Tag auswählen. Auch dann sind nämlich Besuche erlaubt und man verbringt deutlich weniger Zeit in endlosen Warteschlangen.

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